Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Nachweis von Deutschkenntnissen

Artikel

Sprachkenntnisse sind bei der Beantragung des Visums durch ein Sprachzeugnis eines nach den Standards der ALTE zertifizierten Prüfungsanbieters nachzuweisen. Dies ist in Serbien gegenwärtig beim Goethe-Institut, dem ÖSD sowie einer von TELC oder ECL zertifizierten Sprachschule der Fall. Sprachzertifikate anderer serbischer Anbieter können im Visumverfahren nicht anerkannt werden.

Für bestimmte Aufenthaltszwecke sind bereits bei Antragstellung in der Visastelle bestimmte Deutschkenntnisse nachzuweisen:

Aufenthaltszweck
Sprachkenntnisse
Familienzusammenführung zum Ehepartner
A1 *(Ausnahmen siehe unten)
Familiennachzug des minderjährigen Kindes, das bei Antragstellung bereits 16 Jahre oder älter ist. 
C1
Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen gemäß Defizitbescheid
A2, sofern im Defizitbescheid nichts anderes angegeben ist
Erwerbstätigkeit als Pflegefachkraft
B2
Pflegekraft: zur Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen gemäß Defizitbescheid
B1
Berufsausbildung
B1 (auch für Pflegekräfte)
Arbeitsplatzsuche
B1
Arbeitsplatzsuche als Pflegefachkraft
B2
Ausbildungsplatzsuche
B2

Die Vorlage eines Sprachzertifikats der oben genannten Anbieter führt nicht automatisch zu einer Bejahung des Sprachnachweises im Visumverfahren. Der Sprachnachweis ist auf Echtheit und bei konkreten Anhaltspunkten im Einzelfall auch auf seine Plausibilität und seine Aktualität im Hinblick auf das tatsächliche Sprachvermögen des Antragstellers zu überprüfen. Die Entscheidung über die Plausibilität der Sprachkenntnisse liegt ausschließlich bei der Visastelle.

*Von der Notwendigkeit des Nachweises von einfachen deutschen Sprachkenntnissen beim Familiennachzug zum Ehepartner sieht das Gesetz folgende Ausnahmen vor:

1. Ausnahmen, die in der Person des/der Antragsteller*in begründet sind:

  • bei Offenkundigkeit der Deutschkenntnisse (= bei Antragstellung am Schalter eindeutig erkennbare Deutschkenntnisse)
  • bei Hochschulabsolvent*innen mit positiver Erwerbs- und Integrationsprognose
  • wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt in Deutschland geplant ist 
  • bei Wiedereinreise nach Deutschland, wenn der/die Antragsteller*in also bereits einmal in Deutschland mit einem dauerhaften Aufenthaltstitel nach dem Aufenthaltsgesetz gelebt hat
  • wenn es ihm /ihr aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung dauerhaft nicht möglich ist, eine Fremdsprache zu erlernen

2. Ausnahmen, die in der Referenzperson / des Stammberechtigten begründet sind:

  • wenn der in Deutschland lebende Ehegatte die Staatsangehörigkeit eines der in § 41 Aufenthaltsverordnung genannten Staaten besitzt, oder in Deutschland freizügigkeitsberechtigt ist, also Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der EU (außer Deutschland) oder der EWR-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein oder der Schweiz ist
  • bei Nachzug zu Fachkräften, Forschern und Selbständigen,  wenn der Ehepartner im Besitz einer Blauen Karte EU, einer ICT-Karte, einer Mobiler-ICT-Karte oder einer Aufenthaltserlaubnis für bestimmte Forscher ist (§ 18b Absatz 2  AufenthG (Blaue Karte EU), § 19 AufenthG (ICT-Karte), § 19b AufenthG (Mobiler-ICT-Karte), § 18d AufenthG (Forscher), § 18f AufenthG (mobile Forscher),
  • bei Nachzug zu § 18c Absatz 3 AufenthG (Hochqualifizierte) oder § 21 AufenthG (Selbstständige), sofern die Ehe bereits bestand, als der Stammberechtigte seinen Lebensmittelpunkt in das Bundesgebiet verlegt hat,
  • wenn der Stammberechtigte unmittelbar vor der Erteilung einer Niederlassungserlaubnis oder einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis nach §18d AufenthG (Forscher) war
  • bei Nachzug zu Schutzberechtigten,  sofern die Ehe bereits bestand, als dieser seinen Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlegte

3. Sonstige Ausnahmegründe

  • Eine Ausnahme liegt zudem vor, wenn es dem Ehegatten aufgrund besonderer Umstände des Einzelfalles nicht möglich oder zumutbar ist, vor der Einreise Bemühungen zum Erwerb einfacher Kenntnisse der deutschen Sprache zu unternehmen.

    Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Sprachkurse in dem entsprechenden Land dauerhaft nicht angeboten werden oder deren Besuch mit einem hohen Sicherheitsrisiko verbunden ist und auch sonstige erfolgversprechende Alternativen (zum Beispiel über Bücher oder online) zum Spracherwerb und Nachweis desselben nicht bestehen.

Wenn Sie meinen, dass eine solche Ausnahme auf Sie zutrifft, müssen Sie das Vorliegen des jeweiligen Grundes für diese Ausnahme bei Antragstellung entsprechend nachweisen.

Nützliche Links:

www.goethe.de/belgrad

www.osd.at

www.telc.net

www.dw-world.de
www.integration-in-deutschland.de





nach oben